Das Kloster Einsiedeln hat kapituliert – wann kapituliert ihr Gewissen? – Getrennte Eingänge abgeschafft – getrennte Seelen geschaffen

In der Tiefe der göttlichen Weisheit ruht eine ewige Wahrheit: Der Mensch ist nicht als neutrale Masse geschaffen, sondern als Mann und Frau – zwei Pole einer heiligen Polarität, Animus und Anima, die erst in ihrer Unterscheidung die Fülle des Menschseins enthüllen. Diese Unterscheidung ist kein Mangel, sondern ein leuchtendes Zeichen der Schönheit, der Wahrheit und des Guten.

Die Schöpfungsordnung: Mann und Frau als komplementäre Bilder Gottes

Sie weist auf die Vollständigkeit hin, die allein in der Liebe zur Vereinigung gefunden wird: im Sakrament der Ehe, in der gesunden Familie mit Vater und Mutter, in der Umkehr zum symbolischen Vater im Himmel. Wo diese Ordnung geehrt wird, blüht das Leben. Wo sie verwischt wird, verdunkelt sich das göttliche Antlitz im Menschen.

Die getrennte Sitzordnung – ein uraltes Zeichen der Ehrfurcht

Früher wagten die Kirchen diese Wahrheit sichtbar zu machen. In Kathedralen, Basiliken und Klosterkirchen sassen Männer und Frauen getrennt – nicht aus Misstrauen oder Abwertung, sondern aus tiefer Ehrfurcht vor dem Geheimnis der Schöpfung. Die Trennung schuf Raum für inneres Gebet, für die Sammlung des Herzens, für die Anerkennung der je eigenen Berufung. Sie erinnerte jeden Einzelnen daran, dass der Weg zur Ganzheit durch die Unterscheidung führt, nicht durch ihre Auflösung. Es war ein Bollwerk der Vernunft und der Religion zugleich: mutig stellte die Kirche sich dem entgegen, was heute als „Fortschritt“ gepriesen wird, doch in Wahrheit die göttliche Ordnung verhöhnt.

Das Beispiel Kloster Einsiedeln – ein Bollwerk, das schwach wurde

Ein strahlendes Zeugnis dieser heiligen Ordnung bot bis vor kurzem das ehrwürdige Kloster Einsiedeln, Wallfahrtsort der Schwarzen Madonna und Hort benediktinischer Mystik in den Schweizer Alpen. Es besass einen Fraueneingang und einen Männereingang – Symbole der getrennten Annäherung an das Heilige. Diese Eingänge waren keine blosse architektonische Besonderheit. Sie sprachen von der Wiederentdeckung des Göttlichen: Mann und Frau, jeder auf seinem Weg, doch vereint im Blick auf das Kreuz und die Mutter Gottes. Sie erinnerten an die grosse katholische Wahrheit: Die Geschlechter sind komplementär, nicht identisch. Ihre getrennte Annäherung stärkt die Familie, stärkt die Gesellschaft, stärkt die Kirche selbst.

Die Corona-Zeit als Vorwand – und das Versäumnis der Rückkehr

Dann kam die Zeit der grossen Prüfung. Aus Sicherheitsgründen, so lautete die Begründung, wurde der Durchgang geöffnet – ein vorübergehendes Zugeständnis an die Not der Stunde, um den Fluss der Pilger zu lenken. Niemand konnte das in jenen Monaten ernsthaft bestreiten. Doch was folgte, ist das eigentliche Zeichen der Schwäche: Nach dem Ende der Pandemie wurde diese Änderung nicht rückgängig gemacht. Das Kloster, dieses starke Bollwerk der Tradition, blieb stumm. Es behielt den vermischten Zugang bei. Es beugte sich dem Zeitgeist, der keine Unterschiede mehr duldet. Ein kleines Detail – und doch ein tiefer Riss in der symbolischen Ordnung. Wo einst die heilige Trennung das Mysterium schützte, herrscht nun der Strom der Beliebigkeit.

Die geistliche Krankheit unserer Zeit: Angst vor dem Urteil der Welt

Warum getrauen sich die Kirchen heute kaum noch, Männer und Frauen getrennt sitzen oder eintreten zu lassen? Die Antwort liegt in einer tiefen geistlichen Krankheit: der Angst vor dem Urteil der Welt. Der Zeitgeist predigt eine falsche Einheit, die Unterschiede tilgt und damit die göttliche Liebe entleert. Er nennt es „Gleichberechtigung“, doch es ist die Verleugnung der Schöpfung. Kirchenfürsten und Gemeinden fürchten Spott, Medienkritik, staatliche Vorgaben oder den Verlust von Gunst. Sie vergessen: Die Kirche ist nicht von dieser Welt berufen, sie zu kopieren, sondern sie zu verwandeln. Wo der Mut zur Wahrheit fehlt, verblasst die Schönheit der Liturgie, verliert die Moral ihren Halt, verliert die Religion ihre mystische Kraft.

Hoffnung durch Umkehr – die Wiederentdeckung des Göttlichen

Doch es gibt Hoffnung – eine leuchtende, optimistische Hoffnung, die aus der Wiederentdeckung des Göttlichen erwächst! Die Lehre des grossen Carl Gustav Jung erinnert uns daran: Animus und Anima müssen in ihrer Eigenheit erkannt und geehrt werden, damit die Ganzheit entsteht. Die gesunde Familie mit Mutter und Vater ist das lebendige Bild dieser Vereinigung. Die katholische Tradition hat das immer gewusst: Die getrennte Sitzordnung war nie Unterdrückung, sondern Schutz des Geheimnisses – ein Weg zur wahren Liebe.

Es ist Zeit, mutig aufzustehen. Nicht in Zorn, sondern in väterlicher Liebe und mütterlicher Güte. Die Kirchen können und sollen zurückkehren zur heiligen Ordnung. Einsiedeln und alle anderen Bollwerke dürfen wieder stark werden. Lasst uns beten, dass der Geist der Wahrheit die Herzen entzündet! Lasst uns die Schönheit der Tradition neu entdecken, die Wahrheit des Schöpfers bezeugen und das Gute in der Welt mehren.

Denn wo Mann und Frau in Ehrfurcht getrennt zum Altar treten, dort vereinen sie sich erst recht – in Christus, in der Familie, im Himmelreich.

Die göttliche Liebe wartet. Sie ist stärker als jeder Zeitgeist. Kehren wir um zum Vater im Himmel. Dann wird die Kirche wieder leuchten – mystisch, lebendig, unbesiegbar.

Das Kloster Einsiedeln hat kapituliert – wann kapituliert ihr Gewissen? - Getrennte Eingänge abgeschafft – getrennte Seelen geschaffen